Mobile Datenerfassung in Mönchengladbach Stadt lässt 950 km Straße erfassen

Kamerafahrzeug bis Ende November im Stadtgebiet unterwegs

Wer sich über einen silbergrauen Van mit Kamera und Sensortechnik auf dem Dach wundert, der in Mönchengladbach unterwegs ist, muss sich keine Sorgen machen, dass hier unerlaubt Daten und Bilder gesammelt werden: Die Stadt Mönchengladbach schickt die Firma AllTerra Deutschland GmbH mit einem Aufnahmefahrzeug auf die Straße, um den öffentlichen Straßenraum zu erfassen und zu fotografieren. Das Vermessungsfahrzeug ist seit gestern (6. November) täglich im Stadtgebiet unterwegs, um die vom Fachbereich Geoinformation ermittelten 950 km im Straßennetz der Stadt abzufahren. Bis Ende November sollen alle Straßen erfasst sein. Der Verwaltung stehen die aufbereiteten Daten dann Anfang 2018 zur Verfügung.

Projektleiter Siegfried Wanjek (AllTerra GmbH) und Michael Jantschik, Leiter des Geodatenmanagements, präsentieren das Aufnahmefahrzeug, mit dem die Stadt Mönchengladbach jetzt 950 km öffentliche Straßen erfassen lässt

„Der öffentliche Straßenraum stellt ein großes Betätigungsfeld der kommunalen Verwaltung dar und für das Tagesgeschäft werden stadtweit aktuelle und verlässliche 3D-Geoinformationen benötigt. Die traditionellen Erhebungs-und Bereitstellungsmethoden stoßen hier aufgrund der Datenmengen und Aktualisierungszyklen an ihre Grenzen“, fasst der Technische Beigeordnete Dr.-Ing. Gregor Bonin die Ausgangslage für das Vorhaben zusammen.

Das Zauberwort der modernen Erfassung von Geodaten heißt Mobile Mapping: „Mit dem Mobile Mapping steht uns eine flexible, schnelle und günstige Methode zur stadtweiten Datenerhebung und Nutzung zur Verfügung“, ergänzt Michael Jantschik, Leiter des städtischen Geodatenmanagement.

Dahinter verbirgt sich eine Straßenbefahrung mit spezieller Technologie zur georeferenzierten 3D-Erfassung. Der für das Mobile Mapping aufgerüstete Mini-Van verfügt über eine 360-Grad-Kamera, zwei Laserscanner sowie ein Inertialsystem, ein Hodometer (Wegmesser) und eine Positionierung über ein GNSS-System (GPS). Als Ergebnis liefern die Geräte unter anderem Laserscan-Punkte und Bilder des öffentlichen Straßenraumes in hoher Qualität und Genauigkeit.

Mit Hilfe der 3D-Informationen können zum Beispiel Straßenoberflächen, Markierungen, Schilder, Ampeln, Hydranten, Poller, Bäume und vieles mehr auf den Millimeter genau erfasst werden. Eine Mammutaufgabe, die bisher nur mit sehr hohem Aufwand bei zig Außendienstterminen zu erledigen war.

Wichtig für die Bürgerinnen und Bürger: Die gesammelten Daten werden nicht öffentlich verbreitet oder an Dritte weitergegeben. Sie werden ausschließlich intern ausgewertet und weiterverarbeitet.

„Selbstverständlich beachtet die Stadt bei der Umsetzung des Mobile Mapping-Verfahrens die datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen für Kamerafahrten und Datenbereitstellung“, betont Dr. Bonin. Eine Veröffentlichung der Daten im Internet oder ein Zugriff für Externe ist nicht möglich ist. Das technische Verfahren zur Aufbereitung der Daten stellt unabhängig davon sicher, dass die personenbezogenen Daten auf den Fotos verpixelt werden. Die Verpixelung wird in erster Linie bei Gesichtern und Kfz-Kennzeichen angewendet. Ergibt sich darüber hinaus die Notwendigkeit, weitere Ausschnitte oder Abbildungen unkenntlich zu machen, so ist eine Nachbearbeitung jederzeit möglich.

„Das inzwischen weltweit etablierte Mobile Mapping“, so Herr Jantschik abschließend, „bietet der Stadt Mönchengladbach sowohl technische Innovation, Mehrwerte und Einsparungspotenziale, nicht nur bei der schnellen, periodischen und stadtweiten Erfassung des öffentlichen Straßenraumes, sondern darüber hinaus auch im vielfältigen Anwendungsspektrum dieser aktuellen Geoinformationen – direkt am Bildschirmarbeitsplatz und wo es möglich ist mit reduzierten Außendienstterminen.“

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