Stadt und Hochschule Niederrhein vertiefen Zusammenarbeit
Zur Förderung der Hochschul- und Stadtentwicklung: Hochschulcampus geht 2018 in die Planungsphase

Die Hochschule Niederrhein und die Stadt Mönchengladbach wollen ihre bisher sehr gute Zusammenarbeit im Hinblick auf den geplanten Hochschulcampus strukturell und inhaltlich weiter intensivieren. Zu diesem Zweck unterzeichneten Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg, Präsident der Hochschule Niederrhein, jetzt einen „Letter of Intent“ zur Förderung der Hochschul- und Stadtentwicklung. „Dem Hochschulstandort zwischen den beiden Zentren Mönchengladbach und Rheydt sollte eine mögliche Achsenfunktion zukommen, die er zurzeit noch nicht darstellt. Ziel einer vertieften Zusammenarbeit ist, einen ansprechenden, lebendigen Hochschulcampus mit Verknüpfungen zu den übrigen Stadtteilbereichen entstehen zu lassen, der eine moderne Hochschullandschaft beheimatet“, heißt es im „Letter of Intent“.
Der Hochschulcampus steht im Zusammenhang mit dem Masterplan MG3.0 und der Stadtentwicklungsstrategie „mg+ Wachsende Stadt“. Der Campus soll zukünftig besser mit den umliegenden Quartieren vernetzt und wahrgenommen werden. „Die Hochschule Niederrhein bietet mit ihrer einzigartigen Lage und ihren 8.600 Studierenden am Ort ein enormes Entwicklungspotenzial, das wir zukünftig weiter nutzen wollen“, betont Hochschul-Präsident Hans-Hennig von Grünberg. „Die Hochschule ist immer schon ein wichtiger und verlässlicher Partner für die Stadt gewesen. Durch den Masterplan und die Bindefunktion, welche die Hochschule zwischen den beiden Zentren einnimmt, sind beide Partner noch einmal stärker zusammen gewachsen“, ergänzt Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners bei der Unterzeichnung.
Mehrere Projekte sind in diesem Zusammenhang bereits definiert:
Rahmenplan Hochschulquartier
Bei der Verzahnung der beiden Zentren Gladbach und Rheydt kommt dem Hochschulquartier eine zentrale Rolle zu. Ein Rahmenplan zur Konkretisierung, Bündelung und Abstimmung der vorhandenen Überlegung soll in diesem Kontext durch ein externes Planungsbüro erarbeitet werden. Für das Jahr 2018 ist die Erarbeitung einer städtebaulichen Ideenskizze mit externer Unterstützung vorgesehen. „Hier sollen vor allem auch die Studierenden mit eingebunden werden“, so Beigeordneter Dr. Gregor Bonin, zuständig für Planen, Bauen, Mobilität und Umwelt.
Campus Park
Die im „Rahmenplan Grenzlandstadion/Polizeipräsidium“ enthaltene Sanierung und Weiterentwicklung der Sportanlagen südlich des Grenzlandstadions zu einem „Campus Park“ soll bis 2020 umgesetzt werden. Ziel ist die Qualifizierung des Hochschulumfeldes, eine Attraktivierung der Anlagen für den Individualsport und hiermit für die Studierenden.
Verlängerung von Bahnlinien und Bahnhaltepunkt Hochschule Eine Verlängerung der Bahnlinien S8 und RE42 wird derzeit geprüft und soll – bei positivem Prüfergebnis – zur Umsetzung in den kurz- bis mittelfristigen Bedarf aufgenommen werden. Im langfristigen Zeithorizont ist ebenfalls der Haltepunkt Hochschule im Nahverkehrsplan integriert. Eine Machbarkeitsstudie wird gerade erarbeitet.
Blaue Route
Die „Blaue Route“ verbindet als autoverkehrsarme Fahrradroute die beiden Zentren Mönchengladbach und Rheydt miteinander und dient der Anbindung der Hochschule an die beiden Hauptbahnhöfe.
Parkplatz Rheydter Straße
Die Weiterentwicklung des Parkplatzes über die reine Parkplatznutzung hinaus in Richtung Hochschulentwicklung ist ein wichtiges Ziel. Die Nachnutzungsmöglichkeiten werden derzeit geprüft.
Investitionen und Bauvorhaben auf dem Campus Mönchengladbach
Zeilenschluss entlang der Rheydter Straße: In die durch den Abriss der alten Druckerei und anderer Gebäude im Jahr 2012 entstandene Lücke zwischen der Rheydter Straße 277 und der ehemaligen Öffentlichen Prüfstelle soll eine Textilmaschinenhalle gebaut werden, für die etwa 22 Millionen Euro veranschlagt sind. Das Land und der BLB übernehmen etwa 89 Prozent, die Hochschule Niederrhein elf Prozent der Baukosten. Für die neu erstellte Halle wird eine weitere alte Shedhalle abgerissen.
Sanierung des denkmalgeschützten ehemaligen Gebäudes der Öffentlichen Prüfstelle für rund 2,8 Millionen Euro. Finanziert wird die Maßnahme von Hochschule Niederrhein und BLB. In das Gebäude soll die Verwaltung einziehen, die bislang in angemieteten Räumen an der Rheydter Straße 188 untergebracht ist.
Neue Wärmeversorgung auf dem Campus. Dafür wird das bestehende Kesselhaus mit modernen Brennwertkesselanlagen ausgestattet und als Blockheizkraftwerk ausgebaut. Es soll den Campus energieeffizient mit Wärme, Dampf und Strom versorgen.
Bau eines Campus-Park zwischen Rheydter Straße, Webschulstraße und Richard-Wagner-Straße. Insgesamt sind im Zeitraum 2013 bis 2023 Investitionen der Hochschule in Höhe von rund 80 Millionen Euro vorgesehen, 50 Millionen Euro über Sonderprogramme des Landes NRW, durch den BLB und aus Mitteln der Hochschule Niederrhein.
Die Hochschule Niederrhein ist innovative Hochschule
Die Hochschule Niederrhein war bei der Förderinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Innovative Hochschule“ erfolgreich. Sie wird ab Beginn 2018 für fünf Jahre Mittel in Höhe von rund 1,04 Millionen Euro pro Jahr erhalten. Insgesamt ergibt das eine Fördersumme von 5,2 Millionen Euro bis Ende 2022. Die „innovative Hochschule“ ist das erste Programm des Bundes, das gezielt den Wissens- und Technologietransfer an Hochschulen fördert. Ein zentrales Thema im Förderantrag der Hochschule Niederrhein ist die Kooperationsplattform Textiles Innovatorium. Das Textile Innovatorium auf dem Campus Mönchengladbach soll ein Forschungs- und Qualifizierungszentrum für die Textilindustrie sein mit dem Ziel, die Technologieführerschaft der Textilbranche zu sichern. Dort soll die mittelständische Textilindustrie in ihrer Innovationskraft bei der Entwicklung technischer Textilien unterstützt werden. Weil aber gerade bei den technischen Textilien die Entwicklungsschritte zu neuen Produkten sehr zeit- und personalintensiv sind, sollen die Unternehmen von ihrer Nähe zur Hochschule Niederrhein profitieren.
Pressemitteilung von Dienstag, 5. Dezember 2017 Stadt Mönchengladbach